19.02.2012

RISE TO REMAIN - City Of Vultures

Die fünf Briten gehören trotz ihren nur sechs Jahren Bandgeschichte, welche zwei EPs und einen Longplayer (aus 2011) hervorbrachte, inzwischen schon zum Exportschlager aus dem britischen Königreich. Endlich mal wieder eine britische Metalband, die das Genre bereichert? 
RISE TO REMAIN haben ihre Mischung aus viel Melodie gepaart mit Gefühl, harten Metalcoreelementen und gutem Gespühr für Songwriting in ihrem Album "City Of Vultures" vereint. Empfehlenswert, abgedroschen oder immernoch nichts Vernünftiges von der Insel?

Hauptsächlich überwiegt der Eindruck, dass "City Of Vultures" von RISE TO REMAIN ein sehr melodischen Stück Metal ist. Der harte Sound, den man vielleicht erwartet, bei dem eingangs erwähnten Metalcore, tritt deutlichst hinter Klargesang und melodische Soli zurück. Die Versuche Songs mit Ohrwurmcharakter aufzuwerten, was zwar meist auch klappt, wirken dennoch etwas misglückt - zumindest im Gesamteindruck. So wirkt "City Of Vultures" alles in allem zu geschönt.

Man muss den Briten zwar attestieren, dass sie gute Hits komponieren, ohne dabei die Schnelligkeit oder das Tempo zu vergessen, so zum Beispiel bei "Nothing Left", doch fehlt auch hier etwas die Agressivität und die letzte Durchsetzungskraft. Die Songs sind zwar gut geschrieben, machen Spaß und gehen ins Blut doch die Dampfwalze auf "City Of Vultures" scheint zu fehlen. 
Wenn Sänger Austin Dickinson (Sohn von Bruce Dickinson!!!) dann endlich mal seine Growls auspackt, klingt das auch richtig fett: "Power Through Fear" oder "The Serpent" ist hier ein Schlagwort. Austins Röhre klingt verdächtig nach Randy Blythe, Lamb of God, ordentlich rau und gekonnt. Diese Schokoladenseite sollte er viel öfters präsentieren. Dass er Klargesang kein Problem sein sollte, ist bei dem Vater wohl selbstredend.


"City Of Vultures" ist ein gutes Werk. Aber all in allem ist es dann doch ein bisschen zu soft für Metalcore oder was-auch-immer-Metal. Leider fehlt es an Wucht und Kraft, die RISE TO REMAIN sicherlich aufweisen könnten, wenn sie denn mehr Songs wie "The Serpent" komponieren würden. Hier gibt es die von vielen geliebte Symbiose aus Growls und Klargesang, aus Härte und Melodie. Im restlichen Album mangelt es an den jeweils erstgenannten Objekten. So fällt es zuweilen auch schwer "City Of Vultures" überhaupt das Adjektiv metallisch zu verleihen.
RISE TO REMAIN schrieben 2011 kein schlechtes Album, aber ein bisschen mehr Pfeffer hätte dann doch in der Suppe sein können, denn das ist es, wozu alle Songs von Stadt der Aasgeier verschmilzen, eine breite Masse, die kaum auseinander zu halten ist. Schade, RISE TO REMAIN könnten sicherlich viel mehr erreichen und mit mehr gesunder Härte, zusätzlicher Akzentuierung und weniger Fokus auf eingängliche Songs weitere Metalfans ansprechen. 

6/10 Punkten auf der "wohl-eher-Kartoffelbrei-als-Chili-con-Metal"- Skala!

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